Kirchenthumbach

Geschichte

Oberer Markt mit Pfarrkirche
Auszüge aus der Geschichte des Marktes Kirchenthumbach

Wer die ersten Begründer der Kultur in dieser Gegend waren, lässt sich nicht mit letzter Bestimmtheit sagen.

Bezweifelt werden kann allerdings nicht, dass Mönche und Einsiedler auch in dieser Gegend wirkten, um den christlichen Glauben zu verbreiten und das vorgefundene Land urbar zu machen.
Namen wie Münchsreuth, Münchsberg erinnern heute noch daran.

Die geschichtliche Vergangenheit Kirchenthumbachs reicht bis in die ersten nachchristlichen Jahrhunderte zurück.

Schon im 9. Jahrhundert wird Kirchenthumbach als "Tupach" erwähnt. 1335 erhielt es den Namen "superiori Dumbac".
Andere erklären den Namen von "Thumbach" mit "Turm am Bach".
Auch das Ortswappen führt schon immer einen Zinnenturm als zentralen Mittelpunkt des Wappens.

1174 erwarb Graf Adelfolk von Reiffenberg und seine Gemahlin Richinza die Thumbach`schen Besitzungen der Adelheid von Wartberg, die sich mit dem Herzog von Dachau vermählt haben soll und sich später in das Kloster Michelfeld zurückgezogen hat.

Graf Adelfolk erbaute 1175 eine stark befestigte Burg mit 4 Ecktürmen, mit Ringmauer, Wassergraben und Zugbrücke an der Stelle, wo heute die Kirche steht. Sie gaben dem Orte ihr Wappen: "Weißer Turm in rotem Feld".

Ursprünglich zeigt das Wappen die Grundfarbe Rot und darin auf einem silbernen Stufensockel stehend einen blau bedachten silbernen Zinnenturm.
Dieses Wappen, ohne Schild, findet sich schon in dem aus dem frühen 15. Jahrhundert stammenden und in Abdrucken seit 1459 überlieferten Siegel, sowie in dem größeren Marktsiegel, das um 1550 angefertigt wurde.

Die Rauten bezeichnen die wittelsbachische Herrschaft über den Ort.

Von 1353 bis 1401 stand Kirchenthumbach unter böhmischer Herrschaft. Von Schaden war die Fremdherrschaft nicht.
Der damalige Böhmenkönig Karl IV. hat das Dorf Kirchenthumbach 1357 zum Markt erhoben und mit vielen Rechten und Freiheiten ausgestattet. Nach aussen schützte den Markt eine Festungsmauer.

Diese lief über den Pfarrgarten hinab bis zum Bach und auf der Ostseite wieder den Berg hinauf bis zur Burgbefestigung.
Auf dem Marktplatz wurde ein zweistöckiges Rathaus gebaut, das alle übrigen Häuser weit überragte. Aber schon 1815 wurde das Haus abgetragen. Es war baufällig und die Steine wurden zum Schulhausneubau verwendet.

1430 plünderten Hussitenkrieger den Ort und zerstörten auch das Gotteshaus. Unter der Reformation und Gegenreformation hatte Kirchenthumbach sehr zu leiden. Die Kirchenthumbacher mussten öfter den Glauben wechseln.

Im 30jährigen Krieg wurde Kirchenthumbach 1634 und 1646 von schwedischen Truppen geplündert und nieder gebrannt.

Auch das 18. Jahrhundert ging an Kirchenthumbach nicht spurlos vorüber.

Zu Beginn, im Spanischen Erbfolgekrieg, plünderten österreichische Truppen den Ort und gegen Ende des Jahrhunderts schändeten französische Revolutionstruppen die Gotteshäuser.

1871 wurde Kirchenthumbach noch einmal schwer heimgesucht. Ein Großfeuer vernichtete in wenigen Stunden fast den ganzen Markt. Kirche und Pfarrhaus wurden ebenfalls ein Raub der Flammen.

Als zufrieden stellend können die Jahre vor dem ersten Weltkrieg bezeichnet werden. Die Wirtschaft erlebte einen enormen Aufschwung.

1907 gründeten Franz Eckert und Jakob Prüschenk ein Kalkwerk mit Dampfziegelei. Die Dampfziegelei wurde aber bald wieder eingestellt, weil das vorhandene Material für die Herstellung von Ziegeln nicht geeignet war.

In diese Zeit fällt auch die Gründung des "Elisabethenverein" im Jahre 1911, durch 298 Personen aus Kirchenthumbach. Mit dieser historischen Entscheidung war auch der Weg frei für einen Kindergarten in Kirchenthumbach, der zwei Jahre später, am 25. Mai 1913, seinen Dienst aufnehmen konnte.

Durch die Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr 1938, mussten viele Familien ihren Grundbesitz in dem Erweiterungsgebiet räumen. So siedelten sich viele Familien aus dem Truppenübungsplatz in und um Kirchenthumbach an.
Hinzu kam der Strom der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Dies führte dazu, dass sich die Einwohnerzahl Kirchenthumbachs verdoppelte.

Die Gebietsreform von 1978 hatte zur Folge, dass die ehemals selbständigen Gemeinden Heinersreuth, Neuzirkendorf, Sassenreuth und Thurndorf in den Markt Kirchenthumbach eingegliedert wurden.

Der Markt Kirchenthumbach besteht nunmehr aus 3.354 Einwohnern, verteilt auf ehemals 5 selbständige Gemeinden mit 45 Ortsteilen, Einöden und Weilern.

Das Gebiet des Marktes Kirchenthumbach liegt nördlich des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr im Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst. Es grenzt an Mittel- u. Oberfranken an!
Das Gemeindegebiet selbst umfasst 67,46 qkm. Der überwiegende Teil des Gebiets ist vorwiegend der Land- und Forstwirtschaft vorbehalten.

Darüber hinaus wurde 1978 in Kirchenthumbach auch die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach mit den Mitgliedsgemeinden Kirchenthumbach, Schlammersdorf und Vorbach gegründet. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden der VG auch noch Zweckverbände aus Schlammersdorf und Vorbach angegliedert.

 

Unterer Marktplatz mit Brunnen 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: VG Kirchenthumbach